Rückblick Microsoft Technical Summit

40 Sessions zu den Themen Development, Infrastructure und Cloud

27. November 2014Sven Schäfer

Pure Technology – unter diesem Motto fand zwischen dem 11. und 13. November erstmals der Microsoft Technical Summit statt. Der Zusammenschluss aus den Veranstaltungen TechNet und Visual Studio Evolution lockte rund 800 Teilnehmer für drei Tage nach Berlin Moabit. Den Startschuss gab Microsoft-CEO Satya Nadella am Dienstagmorgen vor einem bunt gemischtem Publikum aus IT-Professionals, Entwicklern und der Fachpresse. Bereits die Keynote ließ eine spannende Konferenz erahnen, als Nadella die neue Offenheit Microsofts erläuterte. Was darunter zu verstehen ist, erlebten die Teilnehmer in fast 40 Sessions zu den Themen Development, Infrastructure und Cloud.

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Software Development & Enterprise Mobility

Erwartungsgemäß wurden die Entwickler wieder durch zahlreiche Neuerungen überrascht. Direkt zu Anfang wurde unter anderem die Azure Document DB vorgestellt. Ursprünglich von Microsoft intern für Endbenutzeranwendungen, wie OneNote, eingesetzt, erfolgte jüngst die Bereitstellung für Endkunden. Der Vorteil dieser Datenbank liegt unter anderem in der Verwendung von JSON, einem leichtgewichtigen Datenformat in Verbindung mit einer ansonsten schemafreien Speicherung der Daten. Neben einer erhöhten Performanz im Vergleich zu traditionellen Datenbankkonzepten bietet sie eine erhöhte Skalierbarkeit. Ein weiteres Highlight stellte die Office365 Api dar. Als REST-Schnittstelle aufgebaut, bietet sie die Möglichkeit auf nahezu sämtliche Ressourcen innerhalb eines Microsoft-Office365-Accounts zuzugreifen. Durch Software Development Kits für Windows RT, Windows Phone sowie Android und iOS ist eine plattformübergreifende Entwicklung möglich. Auch an anderer Stelle wurde der plattformübergreifenden Entwicklung eine hohe Bedeutung beigemessen. So gab es wieder entsprechende Sessions zu Xamarin und Cordova. Xamarin stellt hierbei eine Cross-Plattform C#-Entwicklungsumgebung für Android, iOS und Windows zur Verfügung. Zusätzlich existiert mit Cordova und Angular-JS ein entsprechendes Pendant für Webentwickler. Mit beiden Frameworks ist eine plattformübergreifende Entwicklung für WinRT, Windows Phone, iOS und Android möglich. An anderer Stelle staunte die Gemeinde der Webentwickler nicht schlecht, als die Neuerungen von ASP.NET 5 vorgestellt wurden. Neben den plattformunabhängigen Möglichkeiten des Hostings wird ASP.NET 5, anders als die Vorgängerversionen, Open-Source zur Verfügung stehen. Abgerundet wurden die Entwicklervorträge durch Dominik Beyer, der in seinem Vortrag demonstrierte, wie Identitäts- und Zugriffsmanagement für gängige mobile Anwendungen und Websites im B2B- und B2C-Bereich umgesetzt werden können und auch hybride Szenarien bestehend aus On-Premise und Cloud-Komponenten möglich sind.

Internet of things & Big Data

Am Beispiel der Krones AG, einem der größten Hersteller von Getränkeabfüllanlagen, zeigte Robert Eichenseer in einer Live-Demo die beeindruckenden Möglichkeiten einer Smart Factory. Im Fokus standen hierbei weltweit verteilte Abfüllanlagen, welche in Echtzeit über hunderte von Sensoren ihre Betriebsdaten an Microsoft Azure melden. Durch eine Reihe von in Azure angebotenen Services, wie Event Processing, HDInsight und Machine Learning ließ sich auf diesem Weg eine flexibel skalierbare Lösung schaffen. Neben dem Monitoring besticht der Show-Case zudem durch Fernwartungsmöglichkeiten der Anlagen. Auch im Bereich Business Intelligence überzeugt der gezeigte Showcase, da neben den Key-Performance-Indikatoren auch Vorhersagen für Wartungsintervalle (Predictive Analytics) getroffen werden können. Neben dem vorgestellten Showcase wurden natürlich auch die einzelnen Technologien, wie HDInsight, Hadoop, HiveQL und die dahinterliegenden Techniken vorgestellt. Zusätzlich wurde den Besuchern ein Forecast geboten, wie sich das „Datenuniversum“ in Zukunft entwickeln könnte und welche Relevanz, sowie Möglichkeiten, sich hieraus ergeben.

Datacenter & IT-Infrastruktur

Auch die IT-Professionals kamen in knapp 20 Sessions auf ihre Kosten. Neben Tipps & Tricks zu PowerShell und den aktuellen Neuerungen zu Hyper-V spielte vor allem Infrastructure as a Service eine entscheidende Rolle. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem das Azure Pack praxisnah präsentiert, als auch das Thema Failover Clustering unter Windows Server 2012 R2 demonstriert. Unter dem Titel „Automation 2.0“ stellte Michael Rüefli Möglichkeiten zur Rechenzentrum-Automatisierung in der Public, Private und Hybrid Cloud vor. Natürlich durfte in diesem Zusammenhang auch das Identity Management nicht fehlen, welches sich in hybriden Umgebungen durch Windows Server 2012 R2 und Azure Active Directory abbilden lässt.

Windows 10

Windows 10 befindet sich zwar noch in der Beta-Phase, dennoch wurden bereits einige interessante Neuerungen für Unternehmen gezeigt. Neu ist hierbei unter anderem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, die mit einfachen Passwörtern aufräumen soll. Die Grundlage bietet hierbei ein asymmetrischer Schlüssel auf dem TPM-Chip oder, falls kein Chip verbaut ist, ein zweiter Faktor welcher durch das Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird. Auch die Datensicherheit soll durch Windows 10 in Unternehmen deutlich erhöht werden. So wird unter anderem eine automatische Datenverschlüsselung auf den Geräten, zusammen mit Firmen-Policies und einem Mobile Device Management den Abfluss von vertraulichen Informationen vermeiden. Um den App-Markt unternehmensfreundlicher zu gestalten, können App-Einkäufe im Microsoft Store zukünftig durch Volume-Licences abgedeckt werden. Das Ausrollen via Side Loading oder lokal bleibt weiterhin bestehen. Aber auch Consumer dürfen sich freuen: Wie jüngst bekannt wurde, wird die Sprachassistentin Cortana, welche bisher nur für Windows Phone 8 zur Verfügung stand, in Windows 10 integriert.

Fazit

Insgesamt war der diesjährige Technical Summit eine gelungene Veranstaltung. Durch die hohe Bandbreite an Themen hatte der Besucher des Öfteren die Qual der Wahl. Und obwohl für die Pausen eine Lounge-Ecke eingerichtet worden war, blieb eigentlich keine Zeit, um diese zu nutzen. Durch die hohe Dichte an Microsoft-Evangelisten, MVPs und Partnern vergingen die Pausen mit interessanten Diskussionen wie im Flug.

Getreu dem Motto „Pure Technology“ konnte der aufmerksame Beobachter die ein oder andere technische Spielerei am Rande entdecken. Wie zum Beispiel das „Einloggen“ der Microsoft-Evangelisten am Beratungsstand via Smartphone und NFC, wodurch sowohl auf einem Info-Monitor als auch in der eigens für die Veranstaltung erstellten App eine entsprechende Information über den Statuswechsel erfolgte. In diesem Sinne ist die Vorfreude auf den Technical Summit 2015 natürlich groß.

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Sven Schäfer Sven Schäfer ist bei adesso in den Bereichen Custom Development, speziell App-Entwicklung, und Dynamics CRM als dualer Student tätig. Außerdem ist er Mitglied der Microsoft Student Partners.
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