iOS-Praktikum Wintersemester 2015/2016

Ausbruch aus dem Daily Business

22. September 2016Sacha Catelin und Olaf Schumacher

Der Lehrstuhl für Angewandte Softwaretechnik von Herrn Professor Bernd Brügge am Institut für Informatik der Technischen Universität München bietet seit mehreren Jahren ein iOS-Praktikum für Studierende an. Im Rahmen dieses Praktikums werden die teilnehmenden Studenten in Teams aufgeteilt, die jeweils eine Aufgabe eines externen Partners aus der Industriebranche erhalten. Dabei handelt es sich um eine reale Aufgabe mit einem realen Kunden und einem realen Zeitplan.

Für adesso bietet das iOS-Praktikum im Rahmen der Kooperation mit dem Institut für Informatik der TU München eine hervorragende Möglichkeit, um die Verbindungen zu Forschung und Lehre aufrechtzuerhalten und auszubauen. Zudem können im Rahmen des Praktikums verschiedene Projekte platziert und umgesetzt werden, für die im „Daily Business“ unter Umständen keine Ressourcen vorhanden sind.  Außerdem hat adesso so die Möglichkeit, sich bei den teilnehmenden Studenten als interessantes Unternehmen vorzustellen.

Im Wintersemester 2015/2016 entwickelte adesso im Rahmen des Praktikums die App „Was weiß mein Handy über mich?“. Der Name der App, in|Forming, ist angelehnt an die Begriffe:

  • Informationen, die gesammelt werden
  • Forming, das Aufbereiten der Daten
  • Informing, den Benutzer darüber informieren, welche Daten gesammelt und welche Schlüsse daraus gezogen werden

Für adesso gab es einige Gründe für die Implementierung dieser App: Einerseits ist das Thema Datenschutz sehr aktuell und der User hat in der Regel ein persönliches Interesse daran, herauszufinden, welche Informationen er unbewusst von sich preisgibt. Andererseits stellte die Entwicklung dieser App auch eine technische Herausforderung dar. Verbunden mit einer Portion Spaß, hatten die Teilnehmer des Praktikums die Gelegenheit, ihre Kenntnisse auszuloten.

Das Praktikum bestand aus unterschiedlichen Etappen, die aufeinander aufbauten und im Folgenden näher beschrieben werden sollen.

Präsentation

Zunächst mussten wir für die Studenten eine konkrete Projektanforderung formulieren. Diese setzte sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen gab es das Problem Statement, ein Mini-Pflichtenheft, das beschreiben sollte, was konkret mit dem Projekt erreicht werden sollte. Hierzu wurden verschiedene Szenarien beschrieben, die in der Applikation umgesetzt werden sollten. Zum anderen gab es eine Präsentation, die im Rahmen der Einführungsveranstaltung vorgestellt wurde und den Studenten einen Eindruck vermittelte, was mit den Projekten erreicht werden sollte. Auf dieser Grundlage bewarben sich dann die Studenten auf die einzelnen Projekte.

Entwicklungsprozess

Nachdem die einzelnen Teams zusammengestellt waren, ging es auch direkt an die Arbeit. Ziel des iOS-Praktikums war es, nicht nur ein Produkt zu entwickeln, sondern den Studenten auch Scrum als Entwicklungsprozess zu vermitteln. Der Kunde, also adesso, trat dabei als Product Owner auf und ein studentischer Coach als Scrum Master. Zusätzlich stellte der Lehrstuhl eine Mitarbeiterin zur Betreuung des Teams.

Gestartet wurde das Projekt mit dem ersten Customer Meeting, bei dem die Projektideen noch einmal vorgestellt wurden. Die Studenten hatten anschließend die Gelegenheit, Fragen zu stellen, erste Ideen zu entwickeln und diese mit uns als Auftraggeber zu besprechen.

Am Ende jedes Sprints − in der Regel zwei Wochen − fand ein Review sowie ein Planning Meeting statt, bei dem uns der Fortschritt des Sprints gezeigt und der nächste Sprint geplant wurde.

An dieser Stelle ein paar kurze Worte zu unserem Team: Die Studenten in unserem Team waren von Beginn an äußerst motiviert. Sie haben das Projekt sofort zu „ihrem Projekt“ gemacht und auch innerhalb des Teams stimmte die Chemie vom ersten Tag an.

Design Review Meeting

Das Design Review Meeting war der erste Meilenstein des iOS-Praktikums und fand nach ca. der Hälfte der Projektlaufzeit statt. Hier kamen alle Teams, Betreuer und Auftraggeber zusammen. Die Teams demonstrierten im Rahmen dieser Veranstaltung in einer zehnminütigen Präsentation ihr Verständnis des Projektauftrags, die Grundzüge ihres Lösungsansatzes und die bis dahin erreichten Ergebnisse. Zur Präsentation gehörten neben einem Trailer, der die Aufgabenstellung erklärt, auch eine Live-Demo der vorläufigen Ergebnisse und eine architektonische Übersicht des Lösungsansatzes.

Customer Acceptance Meeting (CAT)

Das CAT war der zweite und wichtigste Meilenstein im iOS-Praktikum und markierte den Abschluss des Praktikums. Alle Teams kamen erneut mit ihren Betreuern und Kunden zusammen. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer weiteren zehnminütigen, sehr unterhaltsamen Präsentation vorgestellt und durch die Auftraggeber abgenommen. Diese Präsentation beinhaltete eine Live-Demo des erreichten Produkts, eine Gegenüberstellung der Anforderungen zu den Ergebnissen, eine Vorstellung der Produkt-Highlights sowie einen Ausblick für Erweiterungen.

Vorstellung bei adesso

Für das adesso-Team war mit dem CAT das Praktikum noch nicht beendet. Das studentische Team wurde gebeten, beim nächsten Mitarbeiterfrühstück ihr Projekt den adessi vorzustellen. Auch diese Präsentation war ein voller Erfolg.

Fazit

Die Betreuung eines solchen Praktikums erfordert natürlich etwas zusätzliche, aber überschaubare Zeit. Nach der Erstellung von Präsentation und Problem Statement war der größte Teil der Arbeit für uns als Kunde aber erledigt. Die in der Regel alle zwei Wochen stattfindenden Customer Meetings benötigten praktisch keine Vorbereitung. Das Vergnügen mit einem jungen, sehr engagierten und kreativen Team für ein Semester zusammenzuarbeiten, entschädigte dafür reichlich. Zusätzlich war es für uns ein sehr schöner Ausbruch aus dem „Daily Business“.

Das war der erste Teil unserer Blog-Reihe. Im nächsten Teil werfen wir einen genaueren Blick auf die App, die die Studenten entwickelt haben. Wenn ihr Fragen zum iOS-Praktikum habt, dann schreibt uns. Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Sacha Catelin und Olaf Schumacher Sacha Catelin und Olaf Schumacher sind beide als IT-Consultants bei adesso in München tätig. Sacha ist in den Bereichen Projektmanagement, Requirements Engineering und Testmanagement bei Rückversicherungen im Einsatz, die Schwerpunkte sind Risikoprüfungs- und CRM-Systeme. Olaf entwickelt bei seinem Kunden Multikanal-Softwarelösungen für den Vertrieb von Privat- und Sachversicherungen.
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