business.people.technology. im Internet der Dinge

Part II - People

6. Oktober 2016Nhiem Lu, Dennis Peuser und Martin Peters

In unserem letzten Blog-Beitrag haben wir uns der „Business“- Seite des Internet der Dinge zugewandt. Im zweiten Teil unserer Blog-Reihe „business.people.technology.“ im Internet der Dinge fokussieren wir uns auf den Aspekt „People“. Wir zeigen die Potentiale auf, wie das Internet der Dinge Menschen beeinflussen und neue Wertschöpfungsquellen schaffen kann.

Der Faktor „Mensch“ im Internet der Dinge

Die Digitale Transformation stellt nicht nur geschäftliche und technische Herausforderungen für Unternehmen dar. Der menschliche FakGrafik_1_IoT_Part_2tor spielt eine ausschlaggebende Rolle. Generationsübergreifend muss eine hohe Akzeptanz für digitale Lösungen und sich damit verändernde Prozesse im Unternehmen geschaffen werden. Dabei können sich die Veränderungen sowohl auf die internen Strukturen im Unternehmen beziehen, als auch auf die äußere Wahrnehmung durch Kunden und deren Interaktion mit dem Unternehmen. Im Vergleich zu Digital Natives, die von Grund auf schon mit Hightech aufgewachsen sind, haben „Baby-Boomers“ eine ganz andere Auffassung sowie einen anderen Zugang zu Technologie. Dies bedeutet, dass Unternehmen ein Umfeld für Mitarbeiter und Kunden schaffen müssen, das ein weites Spektrum dieser Generationen abdeckt. Aus diesem Grund ist die Persona-Entwicklung für Unternehmen sehr wichtig. Personae ermöglichen es Unternehmen, das Verhalten und die Bedürfnisse − wie kommuniziert und auf Informationen zugegriffen wird − für bestimmte Nutzergruppen zu bestimmen, um passgenaue digitale Lösungen für sie zu entwickeln.

Im Zuge der Digitalen Transformation spielt der Mensch eine immer zentralere Rolle für Unternehmen − seien es die eigenen Mitarbeiter, die Kunden oder die Menschen im Partnernetzwerk. Sie stellen oftmals die wesentlichen Treiber und das eigentliche Ziel der Digitalen Transformation dar. Das erklärt auch, warum Themen wie Touch Points, Customer Journey, Digital Workplace und Mobility mehr und mehr in den Vordergrund rücken, da sie insbesondere durch die Möglichkeiten des Internet der Dinge profitieren können.

Das Potential des Internet der Dinge

Über das Potential des Internet der Dinge für die Industrie wurde schon ausführlich in unterschiedlichsten Medien berichtet. Häufig besteht ein enger Fokus auf den maschinellen Nutzen wie Predictive Maintenance, Condition Monitoring und Automated Supply Replenishment. Dabei liefern Lösungen des Internet der Dinge auch zahlreiche Vorteile für die Mitarbeiter im Anlagen- und Maschinenbau. Durch den Einsatz von Wearables, Sensoren, Kameras und ähnlichem sind vor allem Aspekte wie erhöhte Sicherheit, verbesserte Kommunikation und mehr Transparenz der Fertigungsprozesse hervorzuheben. Aber auch in anderen Industrien wie Automotive, Versicherungen und Utilities sehen wir vermehrt, wie das Internet der Dinge nicht nur dem Unternehmen selbst, sondern auch den Menschen dahinter immense Vorteile verschafft. So ist es möglich, jederzeit und überall Informationen zu liefern und auch auf diese zuzugreifen.

Ein eindrucksvolles menschliches Beispiel ist der Einsatz von Internet-der-Dinge-Technologien im Behinderten- und Altenpflegebereich. Dass Menschen per Knopfdruck nach Hilfe rufen können, ist ein etablierter Standard. Doch dass sie beispielsweise auch Türen, Klimaanlagen, Licht, Wasser oder Strom per Knopfdruck und vor allem mittels eines Tablets oder Smartphones kontrollieren können ist dank des Internet der Dinge neu.

Zusammenspiel von Workflows und dem Internet der Dinge

Grafik_3_IoT_Part_2Das richtige Zusammenspiel von Workflows und dem Internet der Dinge ermöglicht es den hilfebedürftigen Menschen, unabhängiger zu sein und somit ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. Dennoch
müssen sie dabei nie das Gefühl haben, auf sich allein gestellt zu sein, denn Pfleger, Freunde und Familie sind per Knopfdruck immer erreichbar. Der Einsatz von Workflows ist hierbei essentiell. Beispielsweise können Menschen mit Multipler Sklerose ihre eigene Körpertemperatur nicht kontrollieren. Hier kann ein Workflow die Raumtemperatur überwachen, die Temperatur regulieren und den Pfleger alarmieren, wenn die Temperatur einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Ein anderer Workflow-Anwendungsfall ist das Monitoring der Haustür. Wenn ein Pfleger zwischen 08.00 und 09.00 Uhr erscheinen sollte, die Haustür jedoch zwischen 7.30 und 9.30 Uhr nicht geöffnet wurde, wissen wir, dass der Pfleger nicht da war. Somit kann eine automatische Nachricht an die Pflegeorganisation und die Familie zur Nachverfolgung geschickt werden. Damit solche Workflows auch in der Realität funktionieren können, müssen sie für das Pflegepersonal verständlich und leicht anpassbar sein.

Grafik_4_IoT_Part_2Deswegen spielt der menschliche Faktor auch hierbei eine wichtige Rolle. Die Software für eine Internet-der-Dinge-Lösung muss somit einfach zu bedienen, intuitiv und vor allem auf die Fähigkeiten der End User zugeschnitten sein. Um das zu gewährleisten, sollten alle relevanten Stakeholder bereits bei der Entwicklung von Digitalisierungslösungen eingebunden werden, um so den Projekterfolg zu sichern. Eine Möglich keit das zu erreichen, ist beispielsweise der Interaction Room, der als Methode von adesso angeboten wird. Hinzu kommt, dass die Nutzer sowohl in der Verwendung der Lösung richtig geschult und „empowert“ werden, als auch fortlaufend auf schnellen Support vertrauen können.

Wir leben in einer sehr spannenden Zeit, in der alteingesessene Unternehmenstraditionen und -Denkweisen aufgebrochen werden. Produzierende Unternehmen sehen ihre Zukunft im Dienstleistungsgeschäft und spüren, wie die Digitalisierung in ihren Märkten mit großen Schritten näher rückt. Auslöser dafür sind die bahnbrechenden Fortschritte in der Technologie, die es uns erlauben, Dinge zu machen, die bis vor kurzem noch Zukunftsmusik waren. Und mit genau dieser Technologie werden wir den dritten Teil unserer Blogreihe über das Internet der Dinge abschließen. So stay tuned!

Welche Erfahrungen habt ihr mit Geschäftsmodellinnovationen im Bereich des Internet der Dinge gemacht? Habt ihr Fragen zu unserem Beitrag? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Nhiem Lu, Dennis Peuser und Martin Peters Nhiem Lu, Dennis Peuser und Martin Peters Dr. Nhiem Lu arbeitet als Managing Consultant im Bereich Digitale Transformation und Internet der Dinge bei der adesso AG in Dortmund. Er beschäftigt sich seit über acht Jahren mit der Digitalisierung von Unternehmen in Deutschland und Australien. Dennis Peuser arbeitet als Analyst bei der adesso AG in Dortmund. Die Abschlussarbeit seines Studiums schrieb er in Kooperation mit der adesso AG. Dr. Martin Peters ist Geschäftsführer der com2m GmbH, die sich unter anderem mit einer eigenen IoT-Plattform auf das Angebot von Softwarelösungen in diesem Bereich spezialisiert hat.
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