Vom Kaffee kochen & Excel-Tabellen ausfüllen: Das innovative Rotationspraktikum am Standort München

Aus dem Leben von 14 Praktikanten

2. März 2017Moschino Breuer

Vom 1. September 2016 bis Ende Februar 2017 waren wir, 14 Studenten, die neuen Gesichter der adesso-Geschäftsstelle in München – denn zusammen absolvierten wir dort ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum im Unternehmen. Da das Kaffeekochen bereits von mehreren Kaffeevollautomaten übernommen wurde und es keine Excel-Tabellen zu füllen gab, bekamen wir eine komplexere Aufgabe: das Entwickeln einer prototypischen App für Versicherungskunden. Diese App sollte nach Fertigstellung unseren Kunden den Umgang mit ihrer Versicherung erleichtern und zahlreiche innovative Funktionen, wie beispielsweise einen Chat Bot, bieten.

Die Erwartung

Als die anderen Praktikanten und ich unser Praktikum bei adesso begonnen haben, waren wir zunächst der Meinung, dass wir einige Schreibtische und ein kleines Projekt zugewiesen bekommen, wie man das für Praktikanten so erwarten würde.

Doch weit gefehlt! Wir saßen mit den übrigen festangestellten Mitarbeitern und dem Geschäftsstellenleiter Niklas Spitczok von Brisinski im selben Raum. Besonders überrascht haben uns das gute Arbeitsklima und die familiäre Atmosphäre, die wir in einer größeren Firma, wie der adesso AG, so nicht erwartet hätten.

Die ersten Tage

Statt sofort mit unserem Projekt zu beginnen, hatten wir an zwei Tagen unsere eigenen „Welcome Days“, an denen uns weit mehr als nur das Notwendigste erklärt wurde. Wir erfuhren vieles über adesso, unser Projekt „mBuddy“ und erhielten eine Führung durch die Geschäftsstelle. Um uns den Unterschied zwischen klassischem und agilem Vorgehen vor Augen zu führen, stellte uns Olaf Boczan eine praktische Aufgabe, bei der wir als Team agieren mussten. Ich war erstaunt, wie viel besser wir die Aufgabe als agiles Team lösten. Im Anschluss wurden wir in zwei Teams mit je sieben Personen eingeteilt. Während das „Team 1337“ begann, vom zweiten Stock aus an einem Chatbot zu arbeiten, befasste sich „Team Ikarus“ mit einer Cross-Plattform-App für Android und iOS.

Die ersten Wochen

In den ersten Wochen analysierten wir die Produktanforderungen, machten uns mit den Technologien vertraut und erstellten erste technische Prototypen, die uns ein Gefühl für die Thematik vermittelten. Die Anforderungen an das Produkt änderten sich allerdings so häufig, dass wir am eigenen Leib erfuhren, was es heißt, agil zu entwickeln.

Zunächst ernannte jedes Team einen Scrum Master auf Zeit und mit jedem Sprint setzten wir Scrum immer besser um. Zudem erhielten die jeweiligen Gruppen ein regelmäßiges Feedback von unserem Product Owner Alexander Frommelt, das in den folgenden Sprints berücksichtigt wurde.

Um die Problemstellung besser zu verstehen und unserem Kunden letztendlich genau das zu bieten, was er braucht, traten wir gemeinsam in eine Design-Thinking-Phase ein. Das für uns völlig neue Konzept führte uns trotz endloser, nervenaufreibender Diskussionen und Befragungen von oftmals unkooperativen Passanten schlussendlich zu neuen Ideen.

Unsere Arbeit während des Praktikums wurde von zahlreichen Vorträgen begleitet. Fast wöchentlich bekamen wir ein neues Gesicht zu sehen, das uns interessante Einblicke in relevante Themen, wie „Friendsurance“ oder „Earned-Value-Analyse“, gab. Besonders faszinierend war für uns das CC-Meeting von Alexander Frommelt, bei dem wir Einblicke in die Arbeit anderer Teams seines Competence Centers gewinnen konnten.

Unser Highlight war aber, dass sich Vorstandmitglied Michael Kenfenheuer eine Stunde Zeit nahm, um uns Fragen zur adesso AG und zu seiner Person zu beantworten.

Die letzten Monate

Nun kristallisierten sich auch eindeutige Konzepte heraus, die sich aus unserer Design-Thinking-Phase ergeben hatten. Auf diese Weise konnten die einzusetzenden Technologien ausgewählt und der grobe Rahmen der Produktanforderungen abgeklärt werden, um letztendlich die gewünschten Anforderungen implementieren zu können.

Das Rotationspraktikum sah vor, den Praktikanten verschiedene Rollen eines IT-Projektes vorzustellen − vom Designer über den Architekten und Softwareengineer bis hin zum Scrum Master. All diese Stationen haben wir während unseres Praktikums kennenlernen und erfolgreich durchlaufen können.

Ein weiteres Highlight war die Präsentation unserer Projektergebnisse. Am 27. Januar 2017 stellten wir diese dem adesso-Vorstandsvorsitzenden Michael Kenfenheuer, den betreuenden Mentoren, unseren Hochschulprofessoren sowie Pressevertretern in München vor.

Kennt ihr das Prinzip eines solchen Rotationspraktikums, habt ihr ähnlich positive Erfahrungen in einem Praktikum gemacht oder habt ihr Fragen zu unserem Praktikum? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Moschino Breuer Moschino Breuer ist Student bei adesso am Standort München.
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Kommentare

Rolf 2. März 2017 Website des Autors

Das hört sich in der Tat nach einem spannenden Praktikum abseits der Kaffeemaschine an. Schön auch, dass euch die Möglichkeit geboten wurde in unterschiedliche Rollen bei der Durchführung von IT-Projekten zu schlüpfen. Gerade im agilen Umfeld ist eine gewisse „Rollenintelligenz“ sehr förderlich für den Team Spirit. Das ist zumindest meine Erfahrung!

Das Thema Chatboots ist ja durch Google, Amazon und Microsoft in aller Munde. Es steckt nach meinem Verständnis noch in den Kinderschuhen auch wenn Amazon mit Alexa oder Google mit seinem Allo-Messenger erste praktische Anwendungszwecke haben. Die Richtung scheint allerdings klar zu sin: hierzu gibt es einen interessanten Artikel Namens „Bots are the new apps, Voice is the Userinterface, AI is the protocol and messaging apps are the browsers“. Einfach mal danach googlen. Kann ich zum Thema ergänzend sehr empfehlen.

Du schreibst, dass ihr Cross-Plattform entwickelt habt: auf welchen Technologie-Mix habt ihr dabei gesetzt?

Nach meinem Verständnis ist technologisch einiges in Bewegung. Auf der einen Seiten profiiern klassische Webtechnologien (HTML, JS, CSS) von den Cross-Plattform Ansätzen. Das wird in den meisten Projekten durch Cordova (ehemals PhoneGap) erreicht. Das Ionic Framework oder das Meteor Full-Stack JS Framework sind prominente Beispiele für die Nutzung von Cordova und der Bereitstellung von Web-Apps in entsprechenden Web Views. Microsoft setzt eher auf Xamarin und Entwicklung auf Basis von C#/.NET. Andere Ansätze, wie z.B.: NativeScipt, setzen Cross-Plattform-Erfordernisse ohne Web Views um und kompilieren/transpilieren Javascript/Typescript (z.B.: mit Angular 2) direkt in native Apps à la XCode oder Android SDK. Gemein mit den klassischen Web-Apps / SPA haben sie dennoch, dass die Laufzeitumgebung Node.js ist. Wie man sieht: momentan führen mehrere Wege nach Rom und die technologische Entwicklung im Bereich Cross-Plattform bleibt spannend. Meiner Erfahrung wählen Unternehmen in der Praxis (momentan) Technologiestacks für cross-plattfom stark nach Personalressourcen/Skills aus. Das ist auch nicht weiter verwunderlich: Unternehmen, welche tendentiell eher Java- oder Backend-Entwickler haben tun sich mit dem Einsatz von Web-Technologien oftmals deutlich schwerer als Unternehmen, welche diese Personalressourcen haben. Es ist tatsächlich nicht so einfach, aus einem C#/Java-Entwickler ein guten Web-/JS-Entwickler zu machen, da die Konzepte historisch bedingt nunmal sehr unterschiedlich sind. Durch starke Typisierung im Bereich JS z.B.: durch TypeScript wird dieser Effekt vermutlich abgeschwächt.

Abgesehen vom obigen Absatz: Selbst Web-Apps und SPA haben in jüngster Zeit durch Stichworte wie Progressive Web Apps und HTML Web Workers einen enormen Schub erfahren. Chatbots, Cross-Plattform, Progressive Web Apps, Push Nachrichten: all das sind spannende Kundenanforderungen, welche zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Danke für den tollen Beitrag wie sooft im Adesso-Blog und viel Erfolg weiterhin.

Moschino Breuer 14. März 2017

Hallo Rolf,

zunächst möchten wir uns für die verspätete Antwort entschuldigen! Es ist schön einen so ausführlichen Beitrag in den sozialen Netzen lesen zu dürfen, an dieser Stelle möchten wir uns ganz persönlich für deinen Kommentar bedanken!

Die Erkenntnis der „Rollenintelligenz“ können wir auf jeden Fall bestätigen. Es war vor allem die interdisziplinäre Zusammensetzung unserer beiden Teams die es uns ermöglicht hat ein erfolgreiches Ergebnis am Ende zu präsentieren. Das Rotationspraktikum bei adesso war für uns alle ein voller Erfolg, und wir können es nur jedem weiterempfehlen!!

Das Thema Chatbots steckt auf jeden Fall noch in den Kinderschuhen und wird mit Sicherheit in der Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen. Google und Co haben in der Hinsicht bereits eine sehr gute und solide Grundlage mit ihren APIs umgesetzt, die den Einstieg in die Technologie sehr überschaubar halten.
Deine Empfehlung nehmen wir uns sehr gerne zu Herzen!!

Wir haben eine App unter Verwendung des Ionic2 (Cordova)Frameworks entwickelt. Zu Beginn des Praktikums standen wir aber auch zunächst vor der Frage, welches Framework wir doch nutzen möchten. Wir haben uns hier erstmal eine Übersicht erstellt und uns an sämtliche Frameworks mit Beispiel-Projekten erstmal herangetastet. Das Angebot ist zwar recht überschaubar allerdings ziemlich umfangreich!
Während dieser Zeit haben sich dann auch ziemlich schnell Favoriten herauskristallisiert. In unserer engeren Auswahl standen unter anderem Ionic2 und Xamarin. Da wir Praktikanten alle ziemlich gut mit Java vertraut sind und innerhalb des Studiums erste Erfahrungen sammeln konnten, und der Umstieg auf C# vermutlich ein leichteres gewesen wäre, stand für uns eigentlich der „Gewinner“ schon fest, allerdings sind wir relativ schnell auf Virtualisierungsprobleme gestoßen. Zusätzliche Überschneidungen innerhalb unserer Entwicklungsumgebung führten dazu, dass wir uns schließlich gegen das Framework entschieden haben. Xamarin wurde im Februar 2016 von Microsoft übernommen und seither in Visual Studio integriert.

Nachdem Xamarin ausgeschieden war, und uns zu der Zeit die Arbeit mit Ionic2 immer mehr gefallen hat, fiel die Auswahl letztlich auf Ionic2. Das Framework setzt, wie du bereits erwähnt hast auf HTML,SCSS und TypeScript.

Es hat sich im Zeitalter der Cross-Plattform-Entwicklung wirklich einiges getan. Das Angebot an Technologien ist über die letzten Jahre hinweg signifikant gestiegen. Die Tatsache, dass klassischer HTML,CSS und JS Code plattformübergreifend kompiliert werden kann ist ein Mehrwert der einem Entwicklungsteam einiges an Arbeit und Aufwand abnimmt, da „doppeltes“ oder „dreifaches“ Entwickeln für mehrere unterschiedliche Plattformen entfällt, und so Ressourcen eingespart werden können.

Wir freuen uns, dass dir der Beitrag so gut gefallen hat und verbleiben mit ganz lieben Grüßen

adesso Rotationspraktikum-Team München

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