Tipps und Tricks: Windows-8-Applikationen einfach übersetzen

12. September 2013Fabian Höger

Als Microsoft „damals“ seine ersten Versuche startete, das Lokalisieren beziehungsweise Globalisieren von Windows-Presentation-Foundation-Anwendungen in .NET zu erleichtern, musste man als Entwickler richtig bammel haben, vor dem, was da noch kommen könnte. Sehr aufwändig, zu speziell und tief verzweigt. Das waren meine Erfahrungen. Doch zum Glück sind diese Zeiten längst vorbei. Asp.Net, Silverlight und Windows Phone gaben neue Impulse und gerade mit der Einführung von Windows-8-Store-Anwendungen hat sich nochmal einiges verbessert.

Erhalten geblieben sind uns aber die „x:Uid“-Tags. Jedem Steuerelement, das lokalisiert werden soll, muss über dieses Tag eine eindeutige Kennung zugeordnet werden. Beschreibende Texte wie zum Beispiel „WelcomeTextLoginPage“ sind hier von Vorteil. Wiederverwendung finden diese Texte in der dazugehörenden Ressourcendateien kurz „.resw“.

Man könnte das Spiel mit den Ressourcendateien nun wie gewohnt bis zur Unendlichkeit für jede Sprache wiederholen. Allerdings empfiehlt es sich, einen anderen Weg zu nehmen, beispielsweise mit dem Multilingual App Toolkit. Mit diesem Tool können Windows-8- und auch Windows-Phone-Applikationen mit wenigen Klicks um neue Sprachen erweitert werden. Es bietet nicht nur die Möglichkeit, automatisch Übersetzungen via Bing Translator zu erstellen, sondern auch eine Exportfunktion, die eine optimale Zusammenarbeit mit Übersetzungsbüros ermöglicht. Bei TechNet gibt es noch ein kleines Video passend zum Tool.

Eigentlich wäre nun auch schon alles zum Thema gesagt. Alles? Nein nicht wirklich. Leider gibt es noch ein paar kleinere Fallstricke, über die man bei der Entwicklung unweigerlich stolpert und die ich im Folgenden kurz ansprechen möchte.

Toolkit:

  • Attached Properties müssen bei der Übersetzung explizit angesprochen werden.
  • Entfernen Sie die „Pseudo Language“ des Toolkits, um Fehler bei der Erstellung der Anwendung für den Store zu vermeiden.

Bilder:

Anwendungstitel:

  • Übersetzungen, die als Name einer App verwendet werden, müssen im Dashboard reserviert werden.

So, jetzt sind wir aber fast fertig… Wer das Ganze vor der Veröffentlichung auch noch testen möchten, kann über „Systemsteuerung\Zeit, Sprache und Region\Sprache“ die gewünschte Sprache hinzufügen. Steht die Sprache an oberster Stelle der Auflistung, wird die Anwendung in eben dieser gestartet.

Hat man das Ganze erst einmal durchgespielt, ist jede neue Sprache schnell und einfach hinzugefügt und der Applikation steht buchstäblich die Welt offen. Natürlich sind wir von der sich selbst übersetzenden App noch weit entfernt, was in der „deutschen“ Version des Multilingual App Toolkit deutlich wird. Mit der Integration des Toolkit in Visual Studio und der Exportfunktion spart man bei der Entwicklung kostbare Zeit und schont zusätzlich die Nerven des Entwicklers.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Übersetzen…

Fabian Höger Fabian Höger unterstützt adesso bei der Umsetzung von Softwareprojekten. Während des Studiums lag sein Schwerpunkt im Bereich .NET, diesen lehrt er mittlerweile als Dozent an der DHBW Karlsruhe. Von Windows Forms über ASP.NET MVC bis hin zu Windows 8 hat er dabei noch keine Microsoft-Technologie ausgelassen.
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Kommentare

Guido 19. Oktober 2015

Hallo Fabian! Ich empfehle diese Lokalisierungsplattform für die Übersetzung von Software: https://poeditor.com/

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