NoSQL: Lessons Learned

19. September 2013Eberhard Wolff

Die Verwendung von NoSQL-Datenbanken setzt sich immer weiter durch – es ist also an der Zeit, einen Blick auf den bisherigen Einsatz dieser Technologie zu werfen. Denn einige Lessons Learned lassen sich bereits zusammenfassen:

NoSQL ist weit mehr als „Big Data“

Als Grund für den Trend hin zu NoSQL-Datenbanken wird oft „Big Data“, die Verwaltung großer Datenmengen, gesehen. So einfach ist es aber nicht. Sicher können viele NoSQL-Datenbanken besser und kostengünstiger skalieren als relationale Datenbanken, aber das ist nicht alles: NoSQL-Datenbanken unterstützen komplexe Datenformate und Änderungen an den Datenformaten besser. Das Hinzufügen von Feldern und die Unterstützung heterogener Daten wird so zum Kinderspiel. Beispiel Produkte: Ein T-Shirt hat eine Größe, eine CD eine Länge – selbst so unterschiedliche Datensätze können gemeinsam in einer NoSQL-Datenbank abgespeichert werden. Müssen später zu Produkten Kunden-Reviews erfasst werden, so ist das ebenfalls ohne weiteres möglich.

NoSQL ist mehr als eine Technologie

Es gibt viele grundverschiedene Spielarten von NoSQL-Datenbanken, die jeweils den Fokus auf unterschiedliche Aspekte legen. Also sollte man eigentlich erwarten, dass es nicht die eine wahre Datenbank geben wird – und die gibt es auch nicht. Dennoch passen vor allem dokumentenorientierte Datenbanken wie MongoDB besonders gut auf Szenarien, in denen aktuell relationale Datenbanken genutzt werden, da sie ähnlich sind und auch komplexe Datenstrukturen unterstützen. Sie bieten darüber hinaus eine bessere Skalierbarkeit und größere Flexibilität. Es kann also gut sein, dass wir von den dokumentenorientierten Datenbanken in Zukunft noch mehr hören werden.

NoSQL ergänzt oft vorhandene Datenbanken

Der Name „NoSQL“ legt nahe, dass diese Technologie auf eine Ablösung von relationalen Datenbanken ausgerichtet ist – oft ist das auch so. Zu beobachten ist aber in vielen Projekten auch etwas ganz anderes: NoSQL dient zur Ergänzung von vorhandenen Datenbanken. Vorhandene relationale Datenbanken müssen also nicht unbedingt abgeschaltet werden. Vor allem dort, wo Vorteile wie gute Skalierbarkeit, niedrige Kosten und flexible Datenmodelle zum Tragen kommen, kommen NoSQL-Datenbanken zum Einsatz. Ein Beispiel: Archiv-Systeme. Diese Systeme beheimaten oft sehr viel mehr Daten als die eigentlichen Datenbanken für Bewegungsdaten. NoSQL-Datenbanken können hier den Vorteil großer Datenmengen voll ausspielen. Aber auch die Flexibilität ist in diesem Kontext ein Vorteil: Liegen die zu archivierenden Daten in komplexen Datenformaten vor – beispielsweise von einem Host – so kann eine NoSQL-Datenbank diese Daten ohne aufwändige Konvertierung in Tabellen direkt verwalten.

NoSQL Datenbanken sind „einfacher“

Während relationale Datenbanken sehr komplexe Gebilde sind, gilt bei NoSQL eher die Einfachheit. Zum Beispiel ist der Aufbau eines NoSQL-Clusters wesentlich einfacher als dies bei einer relationalen Datenbank der Fall wäre. Und NoSQL-Datenbanken sind auch bezüglich der Hardware genügsamer: Hochleistungs-Server sind nicht notwendig, da NoSQL-Datenbanken die erforderliche Leistungsfähigkeit durch den Einsatz von mehreren Servern erreichen. Diese können dann aber durchaus weniger produktiv sein. Da die Datenmodelle oft auch simpel sind, ergeben sich Vereinfachungen für die Optimierung von Anfragen und Indizes.

Datenbankadministratoren sterben aus

Die Rolle des Datenbankadministrators unterliegt einem Wandel: Es gibt weniger zu tun, weil die Technologie unkomplizierter ist. Viele der Entscheidungen treffen dann die Entwickler – zum Beispiel wie die Daten auf die Server verteilt werden und wie auf die Daten zugegriffen wird. Da Entwickler in diesem Bereich aber oft noch zu wenig Erfahrung haben, sind sie bei Problemen noch auf die Unterstützung von Datenbankadministratoren angewiesen.

NoSQL stellt also an verschiedenen Stellen einen wesentlichen Fortschritt dar. Gespannt bin ich natürlich auch auf Ihre Meinungen und Erfahrungen – gerne als Kommentar zu diesem Post!

Eberhard Wolff Eberhard Wolff ist Architecture & Technology Manager bei adesso.
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