Die Bewerbung – Visitenkarte und erster Eindruck im Bewerbungsprozess

Teil1: Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete

30. Juni 2016Dominik Röpcke-Sichelschmidt

Papier ist geduldig, Recruiter sind es in der Regel nicht. Wie sieht aber eine gelungene Bewerbung aus, die auch vom Personaler gelesen wird? Um diese Frage ranken sich immer wieder viele Mythen. In der mehrteiligen Serie „Die Bewerbung – Visitenkarte und erster Eindruck im Bewerbungsprozess“ möchten wir dir Schritt für Schritt erklären, wie du eine gelungene Bewerbung aufbaust, formulierst und verfasst, um beim Personaler den ersten positiven und entscheidenden Eindruck zu hinterlassen.

Eine gute Vorbereitung

Das Bewerbungsanschreiben ist der Teil der Bewerbung, den Recruiter als erstes zu Gesicht bekommen und der einen entsprechend positiven Eindruck hinterlassen sollte. Allerdings stellt die Anfertigung eines solchen Anschreibens den Verfasser immer wieder vor Herausforderungen und Probleme. Ein gutes Anschreiben braucht Zeit und sollte gut vorbereitet werden, denn es muss individuell und passgenau zum jeweiligen Unternehmen sowie zur Stellenanzeige formuliert werden.

Daher lautet die „goldene Regel“ eines gelungenen Anschreibens: Lies die Stellenanzeige genau, damit du alles richtig verstehst. Ein Bewerbungsanschreiben mit keinem, wenig oder falschem Bezug zur Stellenanzeige wandert direkt auf den Stapel der Absagen. Hast du unter den Ausschreibungen ein passendes Stellenangebot gefunden, lohnt sich zunächst ein Blick in den Aufgabenblock der Ausschreibung. Hier zeigt sich, inwieweit die Inhalte mit deinen persönlichen Interessen und Erfahrungen übereinstimmen. Stelle dir zu Beginn folgende Fragen: Kann ich das? Macht mir das auch Spaß? Können diese beiden ersten Fragen mit „Ja“ beantwortet werden, ist es im zweiten Schritt wichtig, den Anforderungsblock der ausgeschriebenen Stelle zu verstehen. Was genau taucht dort an „harten“, fachlichen Anforderungen auf und was sind die Soft Skills, die du als geeigneter Bewerber für die zu besetzende Stelle mitbringen musst.

Der Blick auf die Homepage

Letztlich darf ein Blick auf die Unternehmenshomepage nicht fehlen. Hier findest du nützliche Informationen zu ebenso „harten“ wie „weichen“ Faktoren, die ein Unternehmen ausmachen und auszeichnen. Auf der Homepage von adesso kannst du dich als Bewerber beispielsweise über Fakten zu aktuellen Technologien informieren und Einblicke in die jeweiligen Branchen gewinnen, in denen wir arbeiten. Auf diese Weise hast du nicht nur die Möglichkeit, unser Leistungsportfolio besser kennenzulernen, sondern ebenfalls unsere Arbeitskultur und die Werte, die uns als Arbeitgeber wichtig sind und die Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen ausmachen.

Die formale Gestaltung des Anschreibens

Mit deiner Bewerbung willst du deinen potenziellen neuen Arbeitgeber von deinen Fähigkeiten überzeugen und deutlich machen, wieso ausgerechnet du der geeignete Kandidat für die zu besetzende Position bist. Dafür ist in erster Linie der Inhalt entscheidend.

Doch daneben wird der erste Eindruck, den Personaler von einem Bewerbungsschreiben erhalten, maßgeblich durch die formale Gestaltung bestimmt.

Die beiden gängigsten Schriftarten in Bewerbungen sind Arial und Times New Roman. Achte am besten darauf, dass du die gesamte Bewerbung in einer einheitlichen Schriftart verfasst. Die Schriftgröße hängt von der gewählten Schriftart ab. Da Arial etwas wuchtiger und größer wirkt, empfiehlt es sich, eine etwas kleinere Schriftgröße, also zwischen 10 pt und 11,5 pt zu wählen. Bei Times New Roman handelt es sich hingegen um eine feinere Schriftart. Hier empfiehlt sich eine Schriftgröße zwischen 11 pt und 12 pt.

Die Kontaktdaten

Um Recruitern einen einfachen Überblick über die wichtigsten Daten zu bieten, ist eine Kopfzeile mit den eigenen Kontaktdaten sehr gut geeignet. Neben der vollständigen Anschrift, solltest du auch die E-Mail-Adresse und deine Telefonnummer angeben. Wenn du ein XING- oder LinkedIn-Profil hast, kannst du dieses ebenfalls mit in deine Kontaktdaten aufnehmen. Der große Mehrwert, den eine Kopfzeile in einem Anschreiben bietet, besteht darin, dass die Kontaktdaten auf jedem Dokument leicht zu finden sind. Unter der Kopfzeile sollten die Empfängerdaten in vollständiger Form platziert werden. Hier achtest du am besten darauf, den Namen des Ansprechpartners, soweit dieser bekannt ist, anzugeben. Das Datum findet rechtsbündig unter den Empfängerdaten seinen Platz.

Die Betreffzeile

Die Betreffzeile ist der einzige Abschnitt des Anschreibens, den du fett hervorheben darfst. Durch die Fettung wird das Anschreiben strukturell gegliedert und macht deutlich, wo der Kopfteil deiner Bewerbung endet und der Hauptteil beginnt. Ein häufig begangener Fehler ist, die Betreffzeile zu unterstreichen. Das Wort Betreff oder womöglich die Abkürzung „Betr.“ wird bereits seit einiger Zeit nicht mehr verwendet und ist heutzutage ein No-Go. Dennoch begehen viele Bewerber immer noch diesen Fehler und demonstrieren damit, dass sie die aktuellen Regeln für Bewerbungsanschreiben nicht beherrschen. In die Betreffzeile gehört ausschließlich der inhaltliche Bezug zur Stellenanzeige. Setze am Ende der Betreffzeile keine Interpunktion.

Nutze in der Betreffzeile immer die Informationen, die in der Ausschreibung bereitgestellt werden: Sind Kennziffern oder Referenznummer vorhanden, dann gehören diese in den Betreff des Anschreibens. Damit erleichterst du den Recruitern nicht nur die Arbeit, sondern die eingegangene Bewerbung kann auch eindeutig der ausgeschriebenen Stelle zugeordnet werden. Nenne in der Betreffzeile immer nur die genaue Berufsbezeichnung, die auch in der Stellenausschreibung aufgeführt ist. Wenn du dich beispielsweise als Auszubildender zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung  bewirbst, sollte sich im Betreff natürlich auch die Bezeichnung “Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung“ wiederfinden. Auch wenn dies offensichtlich erscheint, werden hier von vielen Bewerbern immer wieder Fehler begangen. Wenn es darüber hinaus möglich ist, die Ausschreibungsquelle zu nennen, sollte dies auch getan werden.

Hier siehst du einige positive Beispiele einer korrekt gestalteten Betreffzeile, um die genannten Tipps zu veranschaulichen:

  • Bewerbung als Auszubildender zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung; Kennziffer 123/45
  • Bewerbung als Auszubildender zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung; Referenznummer 12345
    Ihre Stellenanzeige in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung am XX.XX.20XX
  • Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung; Ihr Stellenangebot auf www.stepstone.de
    Referenznummer 12345

Bei Initiativbewerbungen empfiehlt es sich, einen Unternehmensbereich anzugeben, da hier sämtliche Informationen fehlen:

  • Bewerbung als Auszubildender zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
  • Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung
  • Initiativbewerbung als Auszubildender zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung

Der Ansprechpartner

Wenn du die Stellenanzeige gründlich gelesen hast, sollte dir aufgefallen sein, ob ein Ansprechpartner vom Unternehmen angegeben wurde. Wenn ja, sprich diesen im Anschreiben direkt an. Vernachlässigst du dieses, entsteht in der Personalabteilung leicht der Eindruck, dass du die Ausschreibung wahrscheinlich nicht sorgfältig gelesen hast. Daraus wird schnell auf eine nachlässige Arbeitsweise geschlossen. Gegebenenfalls kommt deine Bewerbung durch einen solchen Formfehler nicht in die engere Auswahl.

Behalte diese Hinweise bei der Vorbereitung sowie zur formalen Gestaltung deines Anschreibens im Hinterkopf und du hast den ersten Schritt in Richtung des perfekten Anschreibens getan und erhöhst damit deine Chance, bei den Mitarbeitern der Personalabteilung zu punkten. Wie ein gelungenes Anschreiben aufgebaut und formuliert sein sollte, erfährst du im nächsten Teil unserer Artikelserie.

Wenn du bis hierher Fragen hast, hinterlasse mir gern einen Kommentar, ich beantworte dein Anliegen gern.

Dominik Röpcke-Sichelschmidt Dominik Röpcke-Sichelschmidt ist als Recruiter im Bereich Human Resources Management bei adesso tätig. Als studierter Wirtschaftswissenschaftler verfügt er über mehrjährige Erfahrung im Recruiting-Bereich.
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Kommentare

Marc D. 30. Juni 2016

Auf den Punkt!

Jens 30. Juni 2016

Sehr gut zusammengestellte Fakten. Alles wichtige auf den Punkt gebracht.

Geniale Hilfestellung 5. Juli 2016

Eine schöne Unterstützung für Bewerber.
Ein interessanter und gut strukturierter Artikel.

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