Aus Wissen Werte Schaffen – Teil 1

The Business Intelligence ®evolution

29. Januar 2015Claas Planitzer und Andreas Duellmann

Als Einstein seine Relativitätstheorie entwickelte, war es genau das: eine Theorie. Es dauerte Jahre, bis sich diese etablierte und der Beweis für die Grundlage seiner Theorie als bewiesen galt. Ähnlich verhält es sich in modernen Business-Intelligence-Projekten. Auf der einen Seite stehen die Anforderungen und Erwartungen der Konsumenten, auf der anderen die Abhängigkeiten zu Projektzielen, technischen Möglichkeiten und zeitlichen Herausforderungen – und dann müssen die Ergebnisse auch noch der kritischen Prüfung ob ihrer Echtheit (Richtigkeit) standhalten. Dies sind nur einige der Gründe, warum sich neben klassischen Enterprise-Data-Warehouse-Architekturen zunehmend agile, flexible Self-Service-BI-Architekturen durchsetzen. Optimal aufeinander abgestimmt können sie entscheidend zur Steigerung der Wertschöpfung  von Kernprozessen in Unternehmen beitragen.

Was ist Self Service BI (SSBI)?

„Entwicklung von Kennzahlen, Berichten, Analysen und Datenmodellen durch den Anwender in einer gemanagten Umgebung sowie die Integration neuer Daten in verschiedenen Schichten einer BI-Architektur.“ (Claas Planitzer)

Die Forderung vieler Anwender nach mehr Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit bei der alltäglichen Nutzung von Informationen wächst beständig. Daher ist die Nachfrage bei Unternehmen nach Self-Service-Funktionen im Business-Intelligence-Umfeld groß. Selbstständiger Zugriff auf Informationen unabhängig von der IT und Möglichkeiten zur selbstständigen Aufbereitung und Verteilung von Information sind ein Mega-Trend, der Basis für viele andere Trends und technische Entwicklungen wie Mobile BI, BI in der Cloud, Social-Media-Analyse und Big Data ist. Beachten Unternehmen einige wichtige Aspekte bei der Nutzung von Self-Service-Funktionalität, kann sie einen enormen Beitrag für schnellere Entscheidungen im Unternehmen leisten.

Data Governance als Grundvoraussetzung

Große Bedeutung kommt hierbei der Data Governance zu. Sie ist in Hinblick auf die Kontrolle und Überwachung der Prozesse die elementare Basis für eine adäquate Self-Service-Strategie. Sie kann dem Anwender im Rahmen gegebener Auflagen und Standards erlauben, als Data Steward, d.h. als Verwalter von Daten, zu fungieren.

Abb 1

Abbildung 1: Governance als Grundvoraussetzung von Self-Service-BI; Quelle: BI Future Blog

Die Möglichkeit, Self Service zu betreiben muss – je nach BI-Strategie eines Unternehmens – nicht völlig in die Hände der Endanwender gelegt werden. Eine Teilung der Aufgabenfelder zwischen Fachbereichen und zentraler IT-Stelle ist hier durchaus möglich und teilweise auch sinnvoll. Erfolgt eine Übertragung der Self-Service-Aufgabenfelder an die Nutzer, sollte dies jedoch stets in Kooperation mit den IT-Experten erfolgen.

Folgende Fragestellungen können einen Leitfaden für die Ausarbeitung von Richtlinien darstellen:

  • Wie gewährleisten wir Stabilität?
  • Welchen Benutzer / Benutzergruppen gewähren wir Zugriff?
  • Welche Standards können aus den SSBI-Entwicklungen abgeleitet werden?
  • Wie halte ich meine Produktionsumgebung „sauber“ und welches Haltbarkeitsdatum haben SSBI-Entwicklungen?
  • Wann und wie können SSBI-Entwicklungen in die Produktion „gemanaged“ überführt werden (Berichte, Kennzahlen, Datenmodelle,…)?
  • Wie können wir mit nicht verwendeten Architekturelementen Umgehen?
  • Wer trägt die Ergebnisverantwortung für SSBI-Entwicklungen?
  • Wie kann es vermieden werden, sogenannte Long Running Queries im SSBI-Umfeld zu generieren?
  • Wie können der Support- und die Service-Leistungen für die Endbenutzer sichergestellt werden?


Abb 2

Abbildung 2: moderne Governance durch Self ServiceBI; Quelle: BI Future Blog

Mehrwerte durch Cross Collaboration

Die Nutzung von Self-Service-Funktionen erfordert nicht zwingend den Erwerb eines speziellen BI-Werkzeugs als Stand-Alone-Lösung. Häufig bieten die in Unternehmen existierenden BI-Plattformen bereits Self-Service-Funktionalitäten an. Endanwenderfreundlichkeit, neudeutsch Usability, ist auch bei plattformbasierenden Self-Service-Funktionen oberstes Gebot. Für beide Self-Service-Lösungsmöglichkeiten gilt als Basis, den Anwendern sorgfältiges Training und Support anzubieten, ein Vorgehensmodell sowie verschiedene Entwicklungsmethoden für Nutzer und Werkzeug zu konzipieren und die gesamte Datenarchitektur zu analysieren und ggf. anzupassen.

Abb 3

Abbildung 3: Cross Collaboration durch Self Service BI

Unabhängig vom Lösungsweg – durch Nutzung existierender Werkzeuge oder Implementierung spezieller Self-Service-Werkzeuge – können in der Praxis die Anforderungen der Anwender im Rahmen von Self-Service-Initiativen in verschiedene Kategorien eingeteilt werden: die Modifikation von Berichten und Dashboards, die Erstellung von Berichten und Dashboards ad-hoc, die Integration privater, lokaler Daten und die Modifikation von Datenmodellen.

Self-Service-BI-Lösungen können, ja sollen sogar, neben klassischen (Enterprise-) Data-Warehouse-Architekturen existieren. Im Optimalfall ergeben sich hieraus Synergien zur Konsolidierung bestehender Kennzahlen, Berichte oder gar ganzer Front Ends. Ein möglicher Ansatz ist zum Beispiel das Self-Service-BI-Portal von adesso, welches auf Microsoft-SharePoint-Technologie basiert. Hierbei fungiert die Collaboration-Plattform als zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Er- und Bereitstellung von Berichten jeglicher Form. Durch Nutzung der iFrame-Technologie lassen sich so auch Reports von Drittanbietern homogen einbinden. Dies ist ein möglicher erster Schritt zur Schaffung größtmöglicher Transparenz im unternehmensweiten Berichtswesen und die Grundlage zur Konsolidierung.

Haben Sie Fragen zu den vorgestellten Richtlinien oder zum Thema Cross Collaboration?

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und darauf, Ihnen im zweiten Teil unseres Artikels zu zeigen, wie man am besten bei der Implementierung einer Self-Service-BI-Architektur vorgeht. Schauen Sie wieder rein.

Claas Planitzer und Andreas Duellmann Claas Planitzer und Andreas Duellmann sind im BI-Bereich bei adesso tätig. Claas Planitzer ist Teamleiter Business Intelligence und verantwortet das Beratungsportfolio DWH/BI im Microsoft-Bereich. Andreas Düllmann ist als Business Development Manager bei adesso für das Solution Portfolio DWH/BI im Microsoft-Bereich verantwortlich.In diesem Umfeld blicken beide zusammen auf langjährige Erfahrungen aus unterschiedlichsten Business-Intelligence-Projekten in Finanzwirtschaft, Handel und Industrie zurück.
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